Angst | Ärgerprozess | Emotionale Diversität | Emotionen | Freude | Trauer | Wut
Emotionen am Arbeitsplatz

Sep 10, 2023 | Impulse

Hallo ,

ich hoffe es geht dir gut und du hattest eine tolle Zeit mit viel Sonne, sowohl im Herzen als auch auf dem Körper. Letzteres mit Sonnenschutz, versteht sich

Nach der ganzen Erholung und Entspannung bist du sicher voll heiß auf coolen Team Content, richtig?

Und genau deshalb legen wir im September mit einem besonders schönen Thema los – Emotionen.

Die Frage „Dürfen Emotionen auf Arbeit Platz haben?“ begleitet mich in meiner Arbeit mit unterschiedlichsten Teams sehr häufig. Nun… die Faktenlage ist eindeutig.

Studien belegen, dass Teams, in denen Emotionen nicht zurückgehalten werden, eine unterstützende und vertrauensvolle Umgebung schaffen. Das hat nachweisliche Effekte auf die Team-Performance und die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter.

Die US-amerikanische Autorin Anne Kreamer schreibt schon 2011 in ihrem Buch „It’s Always Personal: Navigating Emotion in the New Workplace“: Je authentischer und offener man bei der Arbeit ist, umso glücklicher und produktiver ist man.

Magdalena Rogl, Diversity & Inclusion Lead bei Microsoft Deutschland, hat sich kürzlich in ihrem Buch MITgefühl zum bekennenden Emotions-Fan geoutet.

Da scheint also was dran zu sein, oder? Emotionen im Team auf Knopfdruck Raum geben geht allerdings nicht. Das darf schon geübt sein. Und genau deshalb gebe ich diesem Thema hier eine Bühne.

Also, let’s get the party started. Emotionen… was steckt denn da eigentlich dahinter?

Es gibt unterschiedliche Modelle, die unsere Emotionen beschreiben. Das einfachste geht von vier Basisemotionen aus: Wut, Freude, Trauer und Angst. Alle haben unterschiedliche Funktionen und sind körperlich spürbar.

  • Wut schafft Klarheit und führt idealerweise zu einer Handlung, mit der wir eine Veränderung herbeiführen: Etwas passt nicht für mich, daher ändere ich es.
  • Trauer hilft uns eine Veränderung, die bereits eingetreten ist und die sich nicht rückgängig machen lässt, anzunehmen und zu integrieren.
  • Freude erfüllt uns mit positiver Energie und inspiriert uns, Dinge zu wiederholen und zu vertiefen, die unser Herz zum Leuchten bringen. Sie ist der Antrieb für Erfolg und persönliches Wachstum..
  • Angst Angst ist eine starke Kraft, die Neues hervorbringt. Wir brauchen Angst für Innovation. Denn wenn ich meine Angst zulasse, sie ernst nehme und verarbeite, kann sie zum Treiber werden, Neuland zu betreten. Angst erzeugt im besten Fall Bewegung.

Jetzt mal ehrlich… Warum solltest du denn bitte diese Superkräfte abschalten? Reflektiere mal folgende Fragen für dich:

  • Wie viele Emotionen lässt du während der Arbeitszeit zu?
  • Zeigest du, dass du wütend oder traurig bist?
  • Wie sind die Reaktionen deiner Kolleg:innen?
  • Wie gehst du damit um, wenn Kolleg:innen weinen, schreien oder wütend sind?
  • Sprecht ihr im Team offen über eure Gefühlslage?
  • Weißt du, wie es sich anfühlt, wenn eine bestimmte Emotion in dir aufkommt? Was nimmst du körperlich wahr?

Emotionen an der Bürotür abzugeben ist ein gelerntes Verhalten. Wirklich funktionieren tut es sowieso nicht. Und ganz bestimmt entspricht es überhaupt nicht dem was man unter New Work und neue Welt der Arbeit versteht.

Also, du und dein Team, lasst sie raus, eure Emotionen!

Es gilt wie immer: hier herrscht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Aber auf Inspiration.

Viel Spaß!


TeamTipp: 3 Tool Tipps für mehr Emotionen in deinem Team 

Wie kannst du denn nun in deinem Team dafür sorgen, dass Emotionen und Bedürfnisse mehr Raum bekommen? Die folgenden Tipps sind inspiriert von „Neue Narrative“.

Tipp 1: Schafft Konsens darüber , dass Emotionen nichts Negatives sind.

Wenn alle das Bild haben, dass beispielsweise Wut nicht per se ein Angriff auf eine andere Person bedeutet, ist es leichter, sie in der täglichen Zusammenarbeit zuzulassen – natürlich in verträglichen Dosen.

Nutzt eure Check-ins in gemeinsamen Meetings dafür, eure Emotionen sichtbar zu machen.

Verwendet dafür die vier Basisemotionen und übt euch darin, zu reflektieren und auszusprechen, was ihr fühlt und wie es euch geht.

Tipp 2: Überlegt euch, wie ihr im Team mit Emotionen umgehen wollt

Vereinbart bspw. Cool-off-Phasen. Wenn jemand sehr wütend ist, ist es okay zu sagen: „Ich bin jetzt wütend und muss aus der Situation raus.“ Die Person meldet sich wieder, wenn sie ihre Wut abreagiert hat und das Gespräch fortsetzen kann. Das ist nicht nur gesünder, sondern auch wesentlich produktiver, als die Wut zu unterdrücken.

Tipp 3: Praktiziert den Ärgerprozess

Ein besonders effektives Tool ist der Ärgerprozess. Er ist Teil der gewaltfreien Kommunikation (GfK) nach Marshall B. Rosenberg. Er besteht aus folgenden 5 Schritten:

  1. Denke an eine Situation, in der du dich über eine andere Person so richtig geärgert hast.
  2. Lass alles raus! Welche Bewertungen und Urteile hast du über die andere Person? Was ist die Person in deinen Augen für ein Mensch? Was würdest du dieser Person am liebsten sagen?
  3. Welche Bedürfnisse sind zu kurz gekommen, als die andere Person sich so verhalten hat?
  4. Stelle dir vor, dass die Bedürfnisse zu deiner Zufriedenheit erfüllt wären. Wie fühlt sich das an?
  5. Mach dir bewusst, dass genau diese Bedürfnisse in der beschriebenen Situation zu kurz gekommen sind.

Den Prozess kann jedes Team-Mitglied für sich nach Bedarf durchlaufen. Nehmt euch im Team Zeit euch regelmäßig dazu auszutauschen und über eure Erkenntnisse zu sprechen. Macht eure Bedürfnisse sichtbar und überlegt wie ihr sicherstellen könnt, dass eure Bedürfnisse in eurer Zusammenarbeit besser erfüllt werden.

Falls du dich mit Emotionen noch nicht so häufig auseinander gesetzt hast, wirkt das bestimmt super strange. Aber geht es uns nicht mit alles was neu ist so?

Let’s give it a try!

Viel Spaß bei all den neuen Erkenntnissen!

Los geht’s.


TeamTreasure: Emotional Diversity – Menschen wollen sich NICHT alle gleich fühlen auf Arbeit!

Wie möchtest du dich im Arbeitsumfeld fühlen? Zufrieden? Begeistert? Respektiert? Interessiert? Herausgefordert? Dankbar? Fakt ist, deine Antwort ist ziemlich sicher nicht deckungsgleich mit der deiner Kolleg*innen und Mitarbeiter*innen.

Wir haben schon gelernt, dass positive Emotionen die Basis, um produktiv und erfolgreich zu arbeiten. Wie die Gefühle und damit die Leistung von Teams beeinflusst werden können, erforscht der Ökonom und Professor für Human Resource Management und Leadership an der Universität Zürich, Jochen Menges.

„Menschen, die bei der Arbeit keine Emotionen haben dürfen, haben meist doch welche – und zwar oft negative.“ – Jochen Menges

Über 18.000 Mitarbeiter*innen aus 35 verschiedenen Ländern wurden befragt, welche Emotionen sie am häufigsten bei der Arbeit empfinden möchten. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Menschen erheblich darin variieren, wie sie sich bei der Arbeit fühlen möchten – und wie oft sie tatsächlich diese Gefühle bei der Arbeit erleben. In Ländern, in denen Mitarbeiter regelmäßig die von ihnen gewünschten Emotionen bei der Arbeit erleben – was wir als „Emotional Fit“ bezeichnen – neigen die Menschen dazu, mit ihrem Leben zufriedener zu sein und weniger geneigt, sich in ungünstige Bewältigungsprozesse zu begeben.

Das ist höchst spannend, denn wenn ihr im Team offenlegt wie sich jeder und jede auf Arbeit fühlen möchte, könnt ihr gemeinsam festlegen, wie die Arbeit so gestaltet werden kann, dass die emotionalen Erwartungen erfüllt werden.

Die Umfrage sowie Details zu Jochen Menges Forschung findest du HIER.

Augenöffnend, oder? Und ich dachte immer, dass sich alle elektrisiert fühlen möchten


TeamTalk: Am 3. Dienstag im September ist wieder TeamTalk Zeit. 

Nach kurzer Sommerpause kehrt der TeamTalk zurück. Ich lade dich herzlich zu einem entspannten Austausch unter gleichgesinnten ein.

Einen klitzekleinen Impuls gibt es von meiner Seite. Danach steht voneinander lernen, diskutieren und Best Practices sammeln auf der Agenda.

Der TeamTalk ist ein Safe Space, um über Themen zu sprechen, die jeder kennt und trotzdem niemand drüber spricht. Also… nutze die Chance!

Fokusthema: Emotionen am Arbeitsplatz

Wann: Dienstag, 19.9. um 19 Uhr

Wo: Online

Bist du dabei? HIER geht’s zur Anmeldung.


Sooo, das war’s auch schon. Ganz schön emotional diesmal, oder?  Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit. Ich hoffe es war was für dich dabei!

Leite die Team Impulse gerne weiter, wenn sie dir gefallen! Und Feedback betrachte ich wie immer als Geschenk.

Genieße den Spätsommer. Bis bald und liebe Grüße,

Sandra

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Sandra Karner

Erfolgreiche und motivierte Teams für dein Unternehmen! Deine Expertin für Team Coaching und Einzel Coaching.

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